Millionen Mütter und Väter meistern jeden Tag den Spagat zwischen Job, Kita, Schule, Kindererziehung, Haushalt und Partnerschaft. Eine kräftezehrende Aufgabe, die viele häufig bis an den Rand ihrer Belastbarkeit führt. Es ist eine Selbstverständlichkeit, diese Eltern durch den Ausbau der Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Häufig von der Politik vergessen, weil nicht im Fokus des Zeitgeistes, sind nicht berufstätige Eltern: Mütter oder Väter, die bewusst auf Einkommen verzichten, um sich ganz ihren Kindern widmen zu können. Sind sie länger als zwei Jahre aus dem Beruf, wird es unheimlich schwierig, wieder Anschluss zu finden. Ganz zu schweigen davon, dass ihnen wichtige Beiträge für die sowieso schon mickrige Altersrente fehlen. Leider bleibt die öffentliche Anerkennung für „nur“ Mütter oder Väter aus. Ihre Leistung für unsere Gesellschaft wird nicht genügend gewürdigt. Es geht sogar so weit, dass etablierte Parteien nicht berufstätige Elternteile immer mehr als ungenutzte Arbeitskräfte sehen, die schnellstmöglich wieder in Arbeit gebracht werden müssen. Dabei verdient Familienarbeit die ungeteilte Wertschätzung aus Politik und Gesellschaft. Es muss Müttern oder Vätern leichter gemacht werden, sich ganz um ihre Familie zu kümmern, genauso wie es leichter gemacht werden muss, das Familienleben mit einer Berufstätigkeit zu vereinbaren.