Saarbrücken baut. Gefühlt an jeder zweiten Ecke stehen Absperrgitter und die lustigen Knubbel-Männchen informieren auf Tafeln, was hier gerade gebaut wird. Einer Stadt, in der gebaut wird, geht es gut und es zeugt von Entwicklung. Am Osthafen entsteht ein riesiges Möbelhaus, das zweite, mit mömax am Messegelände. Am Franzenbrunnen wird ein intaktes Naherholungsgebiet mit hochpreisigen Häusern bebaut und in der Bahnhofstraße wird auch gebuddelt. Die hochverschuldete Stadt muss beim Bauen jedoch auf jeden Cent schauen und zusehen, wo sie das Geld hernimmt.
Vor diesem Hintergrund ist es mir absolut schleierhaft, wie es die Verantwortlichen immer wieder hinbekommen, die geplanten Baukosten locker zu überschreiten. Die Erklärungen sind immer wieder erstaunlich. Man habe ja nicht gewusst, in welchem Zustand sich die Substanz unter dem Asphalt befindet, heißt es zum Beispiel. Ich frage mich, wie private Bauherren ihre Projekte gestemmt bekommen. Da wird wohl weniger „politisch“ geplant.
Man weist zuerst niedrige Baukosten aus, versichert, dass es nicht teurer werde, um nur kurz danach zu erklären, man habe dieses oder jenes gar nicht vorher wissen können. Wie wäre es gewesen, wenn man einen entsprechenden Puffer in die Finanzierung vorher eingerechnet hätte? Dann wären viele Projekte wohl nie genehmigt worden. Diese Salamitaktik auf Kosten der Steuerzahler hat sich bewährt …