In vielen Schulen laufen über die Sommerferien Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Dort, wo sich sonst Schüler tummeln, haben nun Handwerker das Zepter übernommen. Der Sanierungsbedarf ist immens, aber der finanzielle Spielraum von Stadt und Regionalverband eng. Dabei gibt es einiges zu tun, damit kalte oder überhitzte Klassenzimmer, marode Toilettenanlagen und triste, schlecht ausgestattete Fach- und Klassenräume der Vergangenheit angehören. Es ist keineswegs gleichgültig, in welcher Umgebung Schüler lernen. Vielen Eltern ist das bewusst, sie greifen in ihrer Freizeit schon mal zur Farbrolle, um das Klassenzimmer des Nachwuchses zu streichen und zu einer besseren Lernatmosphäre beizutragen. Ein Tropfen Wasser auf einen heißen Stein, denn es ist einiges liegen geblieben. Die KfW beziffert den Sanierungsstau an deutschen Schulen auf rund 34 Milliarden Euro. Die Leidtragenden sind die Schüler. Jetzt rächt sich, dass man jahrzehntelang alles schleifen ließ. Jeder Hausbesitzer kennt das: Investiert man lange nichts in seine Immobilie, bleibt am Ende nur Abriss oder eine kostspielige Kernsanierung. Viele Schulgebäude sind so veraltet, dass auch im Hinblick auf die Digitalisierung ein Abriss in einigen Fällen wirtschaftlicher wäre. Doch an der dringend notwendigen, zeitgemäßen Ausstattung der Schulen führt kein Weg vorbei. Eine Mammutaufgabe, die uns noch Jahre beschäftigen wird.