Geahnt hatte man es ja schon länger, aber nun ist es tatsächlich auch offiziell durch das Bildungsministerium bestätigt worden: In der Frage um die Rückkehr zum Abitur in 9 Jahren geht es nicht nur um den viel zitierten „Schulfrieden“, sondern wie immer auch ums Geld. Bereits bei der Einführung des Turbo-Abiturs im Saarland beschlich mich das Gefühl, dass man damit natürlich auch Kosten einspart. In der vergangenen Woche teilte das Bildungsministerium jetzt mit, dass bei einer Rückkehr zum Abitur in 9 Jahren mit Zusatzkosten in Millionenhöhe zu rechnen sei und führt als Gründe hierfür mehr Klassen, mehr Lehrer, eine veränderte Ausstattung der Schulen und höhere Heizkosten an.

Selbstverständlich kostet mehr Bildung auch mehr Geld. Aber die Rückkehr zu G9 aus finanziellen Gründen abzulehnen und dafür auch noch die Heizkosten ins Feld zu führen, ist kleingeistig.

Aufgrund der negativen Erfahrungen mit dem Turbo-Abi sind mittlerweile alle West-Bundesländer wieder zu G9 zurückgekehrt oder planen dies zu tun. Auch im Saarland muss man sich endlich eingestehen, dass G8 gescheitert ist. Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Sie verdienen die beste Ausbildung, die wir ihnen bieten können. Eine Ablehnung der Rückkehr zu G9 aus Kostengründen ist daher völlig indiskutabel. Besser als in die Ausbildung der kommenden Generationen können wir unser Geld gar nicht investieren.