Vergangene Woche erlebte Saarbrücken Stau wie selten zuvor. Als hätte die bestehende Sperrung des Meerwiesertalwegs wegen Bauarbeiten nach einem Rohrbruch nicht schon völlig ausgereicht, um für Verzögerungen im Berufsverkehr zu sorgen. Am letzten Mittwoch brachte eine Vollsperrung der A620 zwischen Güdingen und St. Arnual den morgendlichen Berufsverkehr zum endgültigen Zusammenbruch. Auch der Busverkehr in der Stadt kam zum Erliegen.

Die A620 ist einfach das Nadelöhr im Saarland, die Achillesferse der Verkehrsströme. Bei einer Sperrung gibt es keine Ausweichroute, die den PKW- und LKW-Massen auch nur einigermaßen gewachsen ist. Abhilfe könnten hier die Vorschläge der Initiative Südumfahrung (ISU) bringen. Deren Idee ist der Bau einer neuen Autobahntrasse, die von der alten Messe entlang des Deutschmühlentals bis zum Anschluss Goldene Bremm zur A6 hinführt. Dann bekäme Saarbrücken endlich eine Autobahnumgehung wie sie in anderen Städten schon längst gang und gäbe ist. Der Durchgangsverkehr würde um die Stadt herumgeleitet und die Innenstadt so von Lärm und Abgasen befreit. Auch die Metzer Straße wäre entlastet und das leidige Thema Hochwasserumfahrung zu den Akten gelegt.

Meiner Meinung nach ist mit der Aufgabe des alten Messestandortes am Schanzenberg nun der ideale Zeitpunkt gekommen, um dieses Projekt in Angriff zu nehmen oder zumindest ernsthaft zu diskutieren.