Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand, wird gerne gewitzelt, was bedeuten soll, dass Gerichte für den Nichtjuristen manchmal etwas „seltsame“ Urteile sprechen. Nicht alles ist strafwürdig. Gerade im Hinblick auf die hier (noch) herrschende Meinungsfreiheit scheint das einige in diesem Lande zu stören. Die freie Meinungsäußerung kann sehr weh tun. Vor allem, wenn Missstände treffend kritisiert werden.

Nachrichten, Meinungen und Hintergrundberichte verbreiten sich gerade über Facebook sehr schnell. Diese ungefilterten Informationen stellen, wenn sie nicht gerade eindeutig strafwürdig sind, wohl ein großes Problem dar. Deshalb kann jetzt jeder Stasi spielen.

Die Grauzone zwischen strafwürdig und nicht strafwürdig kann jetzt von jedem Nutzer überwacht werden. Sogenannte „Hasspostings“ können jetzt per Mausklick Facebook gemeldet werden. Facebook löscht das Posting und sperrt auch recht schnell den Verfasser.

Die linke Antonio Amadeu Stiftung hat einen Leitfaden herausgegeben, um solche Postings schnell zu erkennen. Dabei reicht mittlerweile schon ein simpler Vergleich von Deutschen mit Migranten, um gesperrt zu werden. Strafwürdig ist das noch lange nicht. Für eine Sperre bei Facebook reicht es.

Auch so kann man Meinungen zensieren. Was nicht strafbar ist, aber nicht passt, wird einfach gesperrt. So einfach ist das heutzutage. Und wir schimpfen über Erdogan …