Mitmachen unerwünscht

Transparenz und Mitbestimmung werden überall groß geschrieben und auch lautstark eingefordert, solange es einen selbst nicht betrifft. Betrifft es einen doch, dann sieht man recht schnell, ob das Gerufe nur Augenwischerei und leere Versprechungen waren.

Saarbrücken hat das beliebte Max Ophüls Festival und eine Festivalleiterin, die ebenso beliebt wie erfolgreich war. Mir unbekannte Gründe führten dazu, dass ihr Vertrag nicht mehr verlängert wurde. So hart es auch ist, bis dahin ist das ein normaler Vorgang. Dass die Neubesetzung der Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben wird, macht stutzig. Um das Festival weiterhin erfolgreich weiterzuführen, sollte die Stadt ein großes Interesse haben, die Stelle öffentlich auszuschreiben und den Auswahlprozess transparent zu gestalten.

Nein, man hat sich entschieden, nicht öffentlich auszuschreiben und dem Aufsichtsrat die Auswahl zu überlassen. Leider sind im Aufsichtsrat noch nicht einmal alle Fraktionen vertreten. Das ist maximale Intransparenz und riecht nach Klüngelei. Und wieder einmal hat man eine großartige Chance vertan, Saarbrücken als modern und professionell organisiert den Künstlern zu präsentieren. Stattdessen gibt es Klein-Klein und Hinterzimmer-Gemauschel.

Bleibt zu hoffen, dass die Kulturszene in Saarbrücken nach der Streichung des Kulturdezernates nicht weiter abgewertet wird. Ich habe wenig Hoffnung.