Es ist die Angst vor der Arbeitslosigkeit, die bis in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht und diese verunsichert. Viele Menschen machen sich Sorgen, was passiert, wenn sie ihren Job nicht mehr ausüben können oder die Kündigung erhalten. Kriegen sie noch eine Neuanstellung oder sind sie vielleicht zu alt und reihen sich gezwungenermaßen ins Heer der Arbeitslosen ein?

Der soziale Abstieg in Hartz IV geht verdammt schnell. Nur ein Jahr Arbeitslosigkeit liegt zwischen einer bürgerlichen Existenz mit Job und regelmäßigem Gehalt und einem Leben in Armut. Selbst wer jahrzehntelang gearbeitet hat und dann schuldlos arbeitslos wird, muss als ALG-II-Bezieher seine Ersparnisse verbrauchen, seine Lebensversicherung auflösen und wenn die selbstgenutzte Immobilie ein paar Quadratmeter zu groß ist, auch diese veräußern. Danach ist häufig Hartz IV bis zum Beginn der Rente angesagt. So ist es leider traurige Realität in unserem Land, dass innerhalb von nur wenigen Monaten Existenzen und Lebensentwürfe zerstört werden.

Vor der Bundestagswahl werden plötzlich die Hartz-IV-Gesetze als Thema entdeckt, obwohl die SPD seit über 15 Jahren an der Regierung beteiligt ist und Änderungen längst hätte in Angriff nehmen können. Ich glaube, dass nur der Mut zu einem wirklichen Systemwandel für mehr Gerechtigkeit sorgen kann. Die Einführung eines aktivierenden Grundeinkommens wäre eine Alternative.