Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland weiter auf. In einer Studie wurden Großstädte daraufhin untersucht, wie sich Hartz IV-Empfänger über die einzelnen Stadtteile verteilen. Die Sozialforscher warnen sogar vor Ghetto-Bildung, insbesondere auch in Saarbrücken, das im Bundesvergleich auf Rang 7 landet.
Vor allem Alt-Saarbrücken, Malstatt und Burbach gehören demnach zu den Vierteln der Landeshauptstadt, in denen immer mehr Menschen von Sozialleistungen wie Hartz IV leben. Um gleichmäßig über die Stadt verteilt zu sein, müssten zwischen 35 und 40 Prozent der Hartz IV-Bezieher in andere Stadtteile umziehen. Solche Zahlen waren den Forschern bisher nur aus den USA bekannt. Die amerikanische Devise: „Sag mir, wo du wohnst – und ich sag dir, wer du bist“, gilt anscheinend auch ein Stück weit für die Landeshauptstadt. Völlig unpassend finde ich dabei den Begriff „Ghetto“, denn er ist beleidigend und abwertend und kann diesen Trend, wenn auch ungewollt, noch negativ verstärken.
In Alt-Saarbrücken werden die sozialen Gegensätze deutlich sichtbar: Die einen bauen dort ihre schicken Stadthäuser oder Eigentumswohnungen und die anderen wohnen, wo sie aus finanziellen Gründen leben müssen und der Staat oft sogar die Quadratmeterzahl vorgibt. Gute und schlechte Wohnlagen kennt jede Kommune, aber die einseitige Entwicklung bestimmter Stadtgebiete gilt es zu vermeiden.