Vergangene Woche las ich in der Zeitung einen Bericht über den Bedarf an Wohnraum in Saarbrücken. In diesem Zusammenhang wurde auch von Luxus-Wohnungen geschrieben. Was für ein Wort! Wie kann man nur! Das Wort Luxus hat mittlerweile einen so schlechten Klang, dass man sich nur traut, es in der kleinsten Form zu verwenden. Man gönnt sich fast schon entschuldigend „ein wenig Luxus“, es wird vom „kleinen Luxus“ zwischendurch gesprochen.
Der große Luxus scheint verpönt. Wer sich ein großes Haus oder eine Wohnung in bester Lage leisten kann, dem gehört schon eine Luxus-Immobilie. Das alles wird mit einer gewissen Abfälligkeit und Geringschätzung daher gesagt, ohne zu bedenken, dass die, die sich Luxus leisten können, durch ihre Steuern und Abgaben zum Wohle dieser Stadt und dem Land beitragen. Ohne sie könnten wir uns den Sozialstaat, wie er momentan existiert, gar nicht leisten. Der Staat (und vor allem die Stadt Saarbrücken) wäre schon längst pleite! Das scheinen wir immer wieder zu vergessen, wenn wir wieder einmal abschätzig von LuxusImmobilien oder Besserverdienern sprechen. Man muss sich fast schon entschuldigen, wenn man zu denen gehört, die sich eine große Immobile leisten können. Das darf nicht sein.
Wir brauchen in Saarbrücken beides. Luxus-Immobilien und bezahlbaren Wohnraum. Nur dürfen wir die Waagschale nicht zu Gunsten eines Typs verschieben.