Überall im Saarland öffnen dieser Tage die Weihnachtsmärkte. Zum Glück heißen sie noch so. Eine Neuerung gibt es trotzdem, und zwar die neuen Betonsperren. Sie blockieren die Zufahrten, um eine ähnliche Katastrophe wie letztes Jahr in Berlin zu verhindern. Diese übergroßen „Lego-Steine“ sollen helfen. Das tun sie leider fast gar nicht. Gewiss, eine Oma, die zu viel Glühwein intus hat und mit dem Rollator dagegen kracht, vermag durch eine solche Sperre wirksam aufgehalten zu werden, nicht jedoch ein 12-Tonner, der mit 50 km/h angetuckert kommt. In einem Video auf Youtube können Sie sich davon überzeugen, dass diese Sperren nicht die Wirkung haben, die ihnen zugeschrieben wird. Im Gegenteil, sie werden selbst zu gefährlichen Geschossen, wenn sie von einem LKW gerammt werden. Es hilft nur Polizeipräsenz auf den Märkten, in Verbindung mit solchen Sperren. Von der Polizei gibt es aber immer weniger, weil auch bei ihr heftig gespart wurde. Wer einen Anschlag verüben will, der wird auch irgendeinen Weg finden. Wir müssen uns also damit abfinden, dass wir in einem Status der ständigen Bedrohung leben und dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann und wo etwas passiert. Insofern gilt wieder die Regel: Es wird schon nix passieren, wir gehen trotzdem hin. Ein ungutes Gefühl bleibt. Na dann, viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt zwischen Fressbuden, lauter Musik, Plätzchen und Placebo.