Italien schafft die Ein- und Zwei-Cent-Münzen ab und Barzahler müssen künftig mit der Rundung auf den nächsten 5-Cent-Betrag leben. Das weckt bei mir Erinnerungen an Zeiten der Lira, als es anstelle von Rückgeld nur eine Handvoll Bonbons gab. Sicher, die kleinen Münzen sind lästig und wenn man Bequemlichkeit als einzigen Punkt beim Bezahlen betrachtet, dann ist Kleingeld häufig suboptimal.
Die Abschaffung der kleinen Münzen kann aber auch als Schritt zur Abschaffung des Bargelds betrachtet werden, insbesondere da im Mai 2016 bereits das Ende der 500-Euro-Note besiegelt wurde. Natürlich hagelt es Beteuerungen, dass niemand die Absicht hat, das Bargeld abzuschaffen. Leider lehrt uns die Geschichte, dass nicht selten allen ursprünglichen Beteuerungen zum Trotz Möglichkeiten, die einmal geschaffen sind, am Ende auch ausgeschöpft werden. So verkündeten erst 1999 Zeitungsanzeigen und Flyer im Zusammenhang mit der Einführung des Euros, dass Deutschland niemals für Schulden anderer Länder aufkommen muss.
Ohne Bargeld hat der Staat die absolute Kontrolle über das Geldvermögen und der Bürger ist Zwangsabschöpfungen, Negativzinsen und Inflation wehrlos ausgesetzt. Um dies zu verhindern, gehört das Recht auf Bargeld ins Grundgesetz. Schließlich soll jeder Einzelne auch morgen noch frei entscheiden können, ob er sein Geld ausgibt, es auf die Bank bringt oder unter das Kopfkissen legt.