Referat statt Klassenarbeit

Öfter mal was Neues für Schüler und Lehrer an den saarländischen Schulen: der „Leistungsnachweiserlass“, durch den Referate künftig den schriftlichen Klassenarbeiten gleichgestellt werden. Dadurch will man im Kultusministerium die individuellen Stärken und Kompetenzen der Schüler besser fördern. Lerntagebücher, Portfolios und Referate sollen also die gute alte Kursarbeit ersetzen. Ich persönlich sehe außerhalb des Unterrichts angefertigte Lernnachweise generell kritisch. Die Schüler, deren Eltern helfend zur Seite stehen, werden bevorteilt gegenüber denjenigen, deren Eltern nicht helfen können oder wollen. Auch das Internet mit seiner Fülle an Musterlösungen ist eine Verlockung, der man auf der Suche nach einer schnellen Lösung leicht erliegen kann. Wer soll das kontrollieren und wie kommt überhaupt eine (gerechte) Bewertung zustande? Aufgrund von Fleiß und Mitarbeit wird es künftig leichter, das Klassenziel zu erreichen, auch wenn die schriftliche Arbeit nicht den Anforderungen entspricht. So können Schüler unterschiedlicher Leistungsniveaus zusammen lernen. Für die Gymnasien aber, als die primär auf ein wissenschaftliches Studium vorbereitende Schulform, ist das schwierig. Sie erfordern neben Begabung und Neigung auch eine überdurchschnittliche Lern- und Leistungsbereitschaft und dürfen nicht mit ihrem eigentlichen Auftrag widersprechenden Bildungsaufgaben überlastet werden.