„Wer soll das bezahlen, […] wer hat so viel Geld?“, dieser alte Schlager ging mir spontan durch den Kopf, als ich von der Erhöhung der Baukosten des Saarbrücker Ludwigsparkstadions erfuhr. Von 16 Millionen bei Projektbeginn sind die Baukosten auf nunmehr 28 Millionen in die Höhe geschnellt und niemand garantiert, ob es letzten Endes tatsächlich bei diesem Betrag bleiben wird. Für mich gibt es hierzu nur zwei Erklärungen, entweder sind Mängel in der Planung oder das künstliche Kleinrechnen der Projektkosten dafür verantwortlich. Nun ist guter Rat teuer.

Jetzt soll der Stadtrat in einer eilig herbeigerufenen Sondersitzung innerhalb von nur einer Woche die schwierige Entscheidung über Weiterbau, vorläufigen Baustopp oder kompletten Abbruch treffen. In der Kürze der Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. In der Schweiz könnten die Bürger direkt darüber abstimmen, ob sie ein derart teures Stadion wollen. Ein Grund mehr für mich, Volksentscheide nach Schweizer Vorbild zu erleichtern.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist überschuldet und auch das Saarland ist ein Haushaltsnotlageland. Bezahlen tut am Ende wie immer der Steuerzahler. Dabei ist Fußball ein Milliardengeschäft. Mir ist völlig unverständlich, warum der DFB nicht auch seinen Beitrag zum Stadionbau leisten kann. Es ist schon mehr als ausreichend, dass die Polizei-Einsätze bei den Liga-Spielen zu Lasten der Allgemeinheit gehen.