Es ist jetzt gut 20 Jahre her, dass der Deutsche Bundestag das Ende der D-Mark besiegelt und den Weg für den Euro freigemacht hat. Warnungen von Fachleuten gab es durchaus, doch die Politik ging darüber hinweg und glaubte an die Wirkung des Euro als einigende Kraft. In der Realität aber entwickelten sich die Volkswirtschaften in den Euro-Mitgliedsländern auseinander. Die Versprechungen, wonach es keine Transferzahlungen an andere Mitgliedstaaten geben sollte, haben sich nicht bewahrheitet. Entgegen dem No-BailoutPrinzip (keine gegenseitige Haftung für Schulden) flossen seit 2010 umfangreiche Hilfskredite an angeschlagene Mitgliedstaaten der Eurozone. Längst ist die Währungsunion de facto zu einer Haftungs- und Transferunion geworden. Zusätzlich spaltet der Zwist über Sparprogramme und die damit verbundenen sozialen Härten die europäische Staatengemeinschaft. Der durch die Währungsunion erwartete enorme Wohlstandsschub ist ausgeblieben. Während der deutsche Staat Rekordeinnahmen erzielt und durch die Europäische Zentralbank mit ihrer Null-Zins-Politik Milliarden Euro an Zinsen für seine Schulden spart, werden die Sparer um ihre Zinseinkünfte betrogen, und zwar in wesentlich höherer Summe. Wer sein Geld gespart hat, um im Alter nicht allein auf eine staatliche „Mini-Rente“ angewiesen zu sein, wird leider feststellen müssen, dass seine Rechnung nicht wie geplant aufgeht.