Dass seit Kurzem wegen des Lärmschutzes Tempo 30 statt 50 im unteren Teil der Metzer Straße in Saarbrücken gilt, dürfte dank eines YouTube-Hits nun weit über die Landesgrenze hinaus bekannt sein. Mit seinem Handy filmt ein Anwohner, wie ein Auto nach dem anderen in eine hinter einem Müllberg verdeckte Radarfalle fährt und geblitzt wird. Das Geschehen kommentiert er herzerfrischend: „Der will aa debbei sin“ und „ Gummo wie link, direkt hinnerm Müllhaufe“.
Offensichtlich wird an dieser Stelle das Tempolimit noch oft nicht beachtet oder vielleicht auch nur nicht registriert. Der Straßencharakter ändert sich mitten in der Straße nicht und viele Autofahrer beklagen die wechselnden Geschwindigkeitsbereiche. Sie sind verunsichert und wissen nicht, ob sie sich in der 30er oder 50er Zone befinden. Gerade wenn man jeden Tag eine Straße entlangfährt, achtet man nicht mehr besonders aufmerksam auf jedes Schild. Vielleicht hätte man den Bürgern auch einmal ein paar Wochen Zeit geben können, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, anstatt direkt einen Blitzer aufzustellen.
Wenn es der Sicherheit dient, z.B. vor Kindergärten, Schulen, Altenheimen und an Unfallschwerpunkten ist Tempo 30 sinnvoll. Aber bringt Tempo 30 an Hauptstraßen tatsächlich weniger Lärm?  Das ist durchaus umstritten. Eines hat Tempo 30 in der Metzer Straße schon jetzt gebracht: ein paar Schilder mehr im Schilderwald.