Noch sind im Saarland Sommerferien und die Schülerinnen und Schüler genießen ihre Freizeit ohne Unterricht und Hausaufgaben. Wertvolle Zeit, die gerade bei den saarländischen Gymnasiasten seit der Einführung von G8, der Verkürzung der Schulzeit auf 8 Jahre, zu kurz kommt. Immer mehr Familien ist der Preis für das sogenannte Turbo-Abitur mittlerweile zu hoch. Sie beklagen zu wenig Zeit für Sport, Musik, gemeinsame Unternehmungen oder das Treffen mit Freunden.

Einige Bundesländer haben bereits reagiert und den Rückwärtsgang eingelegt: Niedersachsen ist ganz zu G9 zurückgekehrt und auch an den bayerischen Gymnasien soll es künftig flächendeckend acht- und neunjährige Züge geben. Höchste Zeit, dass man sich auch im Saarland eingesteht, dass G8 in seiner jetzigen Form gescheitert ist. Es ist gescheitert, weil es nicht gelungen ist, die Lehrpläne abzuspecken und eine neue Lernkultur einzuführen. Es reicht nicht aus, den Lernstoff einfach in kürzerer Zeit in die Köpfe zu trichtern. Auswendig lernen ist nicht alles. Gerade Pubertierende brauchen Zeit und Raum, um eigene Interessen zu entwickeln und menschlich zu reifen. Nicht umsonst wurde das Abitur vor gar nicht allzu langer Zeit noch Reifeprüfung genannt.

Gute Bildung braucht eben Zeit: Nicht nur Zeit zum Lernen, sondern auch Zeit zum Verarbeiten und Verinnerlichen des Lernstoffes sowie Freiräume für die persönliche Entwicklung.