In Saarbrücken wird gerade über eine Waffenverbotszone in der City diskutiert, deren gesetzliche Voraussetzung erst vom Landtag geschaffen werden muss. Das Sicherheitsempfinden vieler Bürger ist aufgrund von Gewaltdelikten in den letzten Monaten erheblich gesunken. Es scheint, dass wir der Tatsache ins Auge sehen müssen, dass mehr junge Männer mit Waffen in der Stadt unterwegs sind. Dies erscheint mir durchaus gefährlich: Wer z.B. ein Messer dabei hat, wird vermutlich nur eine geringe Hemmschwelle haben, dieses auch zu benutzen. Wenn man aber darüber nachdenkt, was alles verboten ist, aber trotzdem stattfindet, dann taugen weitere Verbote nicht unbedingt als wirksames Mittel im Kampf gegen Kriminalität, wenn es auf der anderen Seite an Kontrolle und Ahndung fehlt. Die Umsetzung erscheint schwierig, denn dies ist nur mit deutlich mehr Polizeipräsenz durchzusetzen. Da die Waffenverbotszone sich aber z.B. in Kiel als äußerst wirksames Mittel zur Gewaltprävention bewährt hat, wird kein Weg daran vorbeiführen, diese auch in Teilen der Saarbrücker City einzuführen. Das darf nicht nur halbherzig geschehen, sondern es bedarf möglichst schnell eines Gesamtkonzepts mit einer gut ausgestatteten Polizei. Es wird teuer werden, aber unsere Sicherheit und Lebensqualität sind es wert. Schließlich gehört auch ein abwechslungsreiches Nachtleben zu einer Universitäts- und Landeshauptstadt.