60 Jahre nach den Römischen Verträgen befindet sich die EU in einer Dauerkrise. Brexit, Migrations- und Eurokrise sind dabei die deutlichsten Symptome. Seit nunmehr 7 Jahren kriselt der Euro. Die Euro-Rettungsaktionen der letzten Jahre sollten Zeit für notwendige Reformen bringen, doch diese sind relativ erfolglos oder gleich ganz ausgeblieben. Die Lösung der südeuropäischen Bankenkrise oder der Arbeitslosenkrise ist nicht in Sicht. Trotz einem Schuldenerlass im Jahr 2012 von 107 Mrd. Euro und Hilfskrediten in Höhe von 225 Mrd. Euro befindet sich Griechenland weiter in einer schweren Krise. Jeder Vierte ist dort arbeitslos. Die EZB kauft Anleihen und flutet die Märkte mit billigem Geld, um die Erholung der Eurozone zu fördern. Die Auswirkungen der Nullzinspolitik der EZB spüren wir Bürger beim Einkauf im Supermarkt oder beim Blick auf die Zinsen unserer Sparbücher. Hinzu kommt, dass die bisherigen Eurorettungsaktionen das Vertrauen in EU, Politik und Parteien empfindlich zerstört haben. Die Behauptung, Deutschland sei der größte Profiteur der Eurozone, wird angesichts der Risiken und Kosten von immer mehr Deutschen bezweifelt. Anstatt nach immer neuen Umverteilungs- und Haftungssystemen zu schielen, sollten die Spitzenpolitiker der Eurozone lieber eingestehen, dass der Euro für den Erfolg der EU nicht notwendig war, bevor er sich noch als Achillesferse erweist.