Es ist Bundestagswahlkampf und die Parteien überbieten einander mit schönen Werbesprüchen. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“, steht es mit großen Lettern auf einem Plakat. Doch ich frage mich, wie und wovon werde ich in Zukunft leben? Gerade hat die Europäische Zentralbank mitgeteilt, den Leitzins im Euroraum auch weiterhin bei null Prozent zu halten und dabei ist kein Ende in Sicht. Die Notfallpolitik der EZB scheint sich zum Dauerzustand zu etablieren. Ziemlich schlechte Aussichten für Sparer. Was wird aus meiner privaten Altersvorsorge? Hieß es nicht einmal, jeder solle privat vorsorgen, um im Alter seinen Lebensstandard zu halten? Die gesetzliche Rente ist viel zu wenig, sie reicht vielleicht für ein Leben knapp über dem Armutsniveau. Im Wahlkampf taucht dieses Thema bei den großen Parteien nicht auf. Ist eigentlich auch verständlich, denn die Regierungsparteien sind für diese Politik mitverantwortlich und die billige Geldflut der EZB hat die Zinsbelastung der öffentlichen Haushalte gesenkt, neue Haushaltsspielräume geschaffen und am Ende dem Finanzminister sogar eine schwarze Null geschenkt. Den schwarzen Peter hält der deutsche Sparer, da die Zinsen unterhalb der Inflationsrate liegen, werden seine privaten Ersparnisse zerstört. Dementsprechend hat jeder Bürger zwar das Recht auf ein eigenes Konto, aber offensichtlich kein Recht auf Zinsen.