Dass eine Stadt in Deutschland zahlungsunfähig wird, ist so unvorstellbar, wie es noch vor einiger Zeit der Zusammenbruch eines Eurolandes war. Reicht das Geld nicht aus, stehen Banken und Sparkassen bereit und auch das Land gewährt Hilfe, um seine Kommunen zu retten. So hat Saarbrücken im Laufe der Zeit einen Schuldenberg von rd. 1,1 Milliarden € angehäuft. Beim derzeitigen Zinstief gerade noch zu stemmen, langfristig aber ein immenses Haushaltsrisiko, wenn die Zinssätze in Zukunft wieder steigen. Jede weitere Kreditaufnahme verschärft diese Situation noch. Dabei werden inhaltliche Diskussionen bereits seit langem von der defizitären Haushaltslage geprägt. Für 2018 plant Saarbrücken nun mit einem Defizit von 23,2 Millionen €. Trotz Steuereinnahmen in Rekordhöhe und niedrigen Zinsen sind die Ausgaben höher als die Einnahmen und müssen über 13,3 Millionen € neue Kredite finanziert werden. Es ist richtig, dass immer mehr zugewiesene Aufgaben von Bund und Land unsere Stadt finanziell überfordern, aber nur auf Hilfe von außen zu hoffen, das Saarland oder der Bund werde in die Bresche springen, ist zu wenig. Auch der vermeintlich leichtere Weg über die Erhöhung der Haushaltseinnahmen, ohne an der Ausgabenseite zu sparen, ist nicht mehr vermittelbar. Die Belastungsgrenze der Bürger ist längst erreicht. Es muss noch viel ambitionierter bei den Ausgaben gespart werden.