Das Thema Altlasten des Bergbaus wird gerne unter den Teppich gekehrt. Der Erblastenvertrag sieht vor, dass die RAG das Grubenwasser aus den saarländischen Bergwerken ewig abpumpt, um die Gefahr einer Trinkwasserverunreinigung auszuschließen. Denn unter Tage lagern gefährliche Hinterlassenschaften wie z.B. PCB. Nun aber will die RAG im Saarland Schächte und Stollen schrittweise fluten und das Wasser langfristig in die Saar einleiten. Dadurch sollen jährlich Millionen an Energiekosten eingespart werden.
Von einem Grubenwasseranstieg wäre Saarbrücken direkt betroffen. Ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten sieht zwar zumindest in der ersten Phase „keine erkennbare nachteilige Beeinflussung“ für die Trinkwasserversorgung. Allerdings wird eine aufwändigere Überwachung im Scheidter Tal, aus dem ca. ein Viertel der Wasserversorgung Saarbrückens stammt, empfohlen. Eine Beeinträchtigung des Trinkwassers kann daher nicht völlig ausgeschlossen werden.
Es ist ja leider weder neu noch ein Einzelphänomen, dass aus Kostengründen Mensch und Umwelt leiden. Mit dem Ende des Bergbaus endet nicht die Verantwortung der Alteigner für die giftigen Hinterlassenschaften. Die Schäden des Kohlebergbaus müssen so gut wie nur eben möglich abgewendet werden, auch wenn das 1000 Jahre Wasser pumpen bedeutet. Ewigkeitslasten heißen schließlich so, weil sie auf ewig anfallen.