Überlebensgroß räkelt sich eine Frau in Dessous auf der Plakatwand und verspricht in englischer Sprache die „totale Befriedigung“. Ganz klar, hier wirbt ein Großbordell um willige Kunden. Werbung in Sachen Prostitution und Sex hat in Saarbrücken in der letzten Zeit massiv zugenommen. Mittlerweile gehört die Bordell-Werbung auf Fahrzeugen und Plakatwänden leider zum Stadtbild. Ich störe mich an diesen Plakaten, nicht weil ich ein Problem mit spärlich bekleideten Frauen, die in der heutigen Werbung normal sind, habe, sondern weil sie ein äußerst fragwürdiges Frauenbild vermitteln. Es macht für mich einen erheblichen Unterschied, ob bspw. für Mode oder käuflichen Sex geworben wird, denn letzteres sendet die Botschaft aus, dass Frauen käuflich und einfach so verfügbar sind. „Männer kaufen Frauen“, damit werden durch die nicht zu übersehenden Plakate bereits Kinder und Jugendliche unfreiwillig konfrontiert. Kein guter Blick auf das Verhältnis zwischen Männern und Frauen.
Ja, es gibt rechtliche Hürden im Kampf gegen Bordell-Werbung, aber wir sollten alle verfügbaren Mittel ausnutzen, damit diese aus unserem Stadtbild verschwindet. Die Stadt Trier hat es vorgemacht. Dort ist in einem Radius von 500 Metern um Schulen, Kitas, Familienzentren, Jugendeinrichtungen oder auch Sportstätten keine Rotlichtwerbung mehr erlaubt. Weder als Plakat noch als strategisch geparktes Fahrzeug.