Wenn Türen geknackt, Fenster aufgehebelt und Privaträume durchwühlt werden, ist das Sicherheitsgefühl der Menschen empfindlich erschüttert. Jetzt gibt es Forderungen zur Veröffentlichung der aktuellen saarländischen Einbruchsdaten im Internet. In einem Einbruchsradar soll jeder sehen können, wo Schwerpunkte liegen und in welcher Gegend gerade Einbrecherbanden unterwegs sind. Die Bürger sollen so gewarnt und sensibilisiert werden.

Ein Einbruchsradar zeigt aber gleichzeitig auch, wie sicher oder unsicher das eigene Viertel, die eigene Stadt oder Gemeinde ist. Ist das Einbruchsrisiko im eigenen Wohngebiet hoch, sollte der Bürger tätig werden. Im besten Fall investiert er in sicherere Fenster und Türen oder in eine Alarmanlage, im schlimmsten Fall ist er verunsichert und wagt kaum noch, sein Zuhause zu verlassen.

Ein Einbruchsradar wird nicht dazu führen, dass weniger eingebrochen wird. Auch umherreisende Einbrecherbanden verfügen in der heutigen Zeit über einen Internetzugang und wären so in der Lage, die nächsten Beutezüge dort zu planen, wo in letzter Zeit noch nicht eingebrochen wurde und die Bürger nicht so wachsam sind.

Der Radar verlagert vielmehr einen Teil der Verantwortung auf den Bürger. Es ist aber eigentlich die originäre Aufgabe des Staates, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen und die Polizei dazu zu befähigen, den Einbrechern das Handwerk zu legen.