Geahnt hatte man es schon länger, nun kommt der Saarbrücker Bildungsforscher Uwe Grund in einer Studie zum Ergebnis: Die Rechtschreibreform von vor 20 Jahren ist „ein Flop“. Heute schreiben Unterstufenschüler deutlich mehr Fehler im Diktat, als es noch ihre Altersgenossen in den 1970er Jahren taten. Alarmierend ist auch, dass die Hälfte der Neuntklässler über nicht „ausreichende“ Rechtschreibkenntnisse verfügt. Eigentlich sollte die Rechtschreibreform doch das Schreibenlernen vereinfachen und zu weniger Fehlern führen. Das ist nicht passiert und die Reform ist daher gescheitert. Es reicht offensichtlich nicht aus, schwierige Rechtschreibregeln nur zu vereinfachen.

Die Gründe für diese Misere liegen nicht allein in der Reform mit ihren Reformen und den immer neuen Rechtschreibregeln, sondern auch an deren Umsetzung. So ist in den 70er Jahren Rechtschreibung noch durch simples Auswendiglernen vermittelt worden. Im Gegensatz dazu versucht man seit einigen Jahren an vielen Schulen mit experimentellen Unterrichtsmethoden wie z.B. „Lesen durch Schreiben“ neue Wege zu gehen. Stures Auswendiglernen wie in den 70ern ist dabei passé. Der einzig vernünftige Weg erscheint mir die Rückkehr zu altbewährten didaktischen Konzepten. Gleichzeitig gilt es, die Schülerinnen und Schüler mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu motivieren. Denn Lernen macht nun einmal Mühe.