In Wahlkampfzeiten wie diesen wird viel versprochen und viel angekündigt, nur um nach der Wahl umso weniger davon umzusetzen. Seit einiger Zeit versucht der CDU-Innenminister Bouillon, seiner Partei wenigstens Reste eines konservativen Anstriches zu bewahren. Dass die CDU alles, nur nicht mehr konservativ ist, müsste mittlerweile auch dem Letzten klar sein.

 Und so ist es nicht wirklich verwunderlich, dass mit einer Reihe von Aktionen versucht wird, sich als Partei zu gerieren, die den Bürger ausreichend schützt. Eine dieser Maßnahmen ist die Videoüberwachung. Sie ist grundsätzlich wünschenswert, aber nur, wenn sie in viele andere Maßnahmen eingebettet ist. Was nutzen mir gestochen scharfe Bilder einer Körperverletzung, wenn der Täter vermummt und Polizei nicht schnell genug vor Ort war?

 Videoüberwachung verhindert keine Verbrechen, sie erschwert sie nur. Sie wird nur wirksam, wenn gleichzeitig die Polizeipräsenz erhöht wird, um schnell eingreifen zu können. Ein wirksamer Schutz ist und bleibt eben immer noch der Schutzmann vor Ort. Eine flächendeckende Videoüberwachung kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Polizei wieder auf der Straße präsenter ist. Aber genau das ist wohl zu teuer. Und deswegen setzt man jetzt u.a. auf Videoüberwachung.

 In Zukunft heißt es bei Überfällen: Bitte recht freundlich! Tolle Bilder, tolle Aussichten …?!