Im Laufe der Jahrzehnte hat Saarbrücken einen Schuldenberg von rd. 1,1 Milliarden Euro angehäuft. Beim derzeitigen Zinstief gerade noch handelbar, langfristig aber ein immenses Haushaltsrisiko. Schon seit Langem werden die inhaltlichen Diskussionen von der defizitären Haushaltslage mitbestimmt und trotz Steuereinnahmen in Rekordhöhe und niedrigen Zinsen war bisher kein Ende der Haushaltsprobleme in Sicht. Dabei sind sich alle Beteiligten im Prinzip darüber einig, dass die Landeshauptstadt es nicht ohne Hilfe von Bund und Land aus der Schuldenmisere schaffen wird. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache: Das Saarland will seinen verschuldeten Kommunen beim Abbau ihrer Kassenkredite unter die Arme greifen. Die Pläne sehen vor, sie in einen gemeinsamen Fonds zu überführen, der dann unter Beteiligung des Landes getilgt werden soll. Durch diese Umschuldung wäre Saarbrücken auf einen Schlag seine Dispokredite los. Da das Übernahmekonzept momentan erst erarbeitet wird, ist vieles noch unklar und es besteht hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung noch Diskussionsbedarf, aber es zeichnet sich ein wichtiger Teilschritt zur Konsolidierung der Finanzsituation ab. Die Stadt würde spürbar finanziell entlastet. Auf der anderen Seite wird es wohl keine Leistung ohne Gegenleistung geben und das ist auch gut so, damit das Schuldenmachen nicht sofort wieder von vorne losgeht.