Endlich wurde der „Vierte Pavillon“ eröffnet. Selbstverständlich mit großem Pomp. Es war geladen, was Rang und Namen hatte und was meinte, Rang und Namen zu haben. Dabei steht dieses Projekt wie kein anderes für das Versagen der Politik und die Verschwendung von Steuergeldern. Erinnern Sie sich noch an die explodierenden Baukosten und das unsägliche Gezerre, wer denn jetzt schuld sei? Keiner wollte es gewesen sein. Auch ein Untersuchungsausschuss brachte wenig Licht ins Dunkel. Der Neubau steht. Gebaut mit dem Geld der Steuerzahler. Dass es einige Millionen teurer wurde, das darf man getrost vergessen, sieht der Pavillon doch toll aus.
Großstadtflair weht durch Saarbrücken. Hamburg hat seine Elbphilharmonie, Berlin seinen „fast“ fertigen Flughafen BER und Saarbrücken hat den „Vierten Pavillon“. Es darf gejubelt werden und jede noch so berechtigte Kritik stempelt einen zum Kunstbanausen.
Ich frage mich, weshalb es die öffentliche Hand oft nicht versteht, solche Projekte im gesteckten finanziellen Rahmen zu beenden. Man bekommt den Eindruck, dass Kosten extra kleingerechnet werden, um die Gremien der Politik zur Zustimmung zu bewegen. Einmal angefangen, gibt es kein Zurück mehr. Eine andere Möglichkeit wäre Unfähigkeit, die ich niemandem unterstellen möchte. Jeder private Bauherr würde immer noch zur Miete wohnen, plante und rechnete er so, wie es die öffentliche Hand oft tut.