Leider orientiert sich die saarländische Schulpolitik nicht am Elternwillen. Nur so ist es zu erklären, dass die neue alte Landesregierung an der Schuldauer der saarländischen Gymnasien nichts ändern wird. Nicht einmal eine teilweise Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es vorerst geben. Dabei hat eine Forsa-Umfrage zutage gebracht, dass sich 75 % aller Saarländer mit Kindern ein neunjähriges Gymnasium wünschen. Doch Bitten und Appelle von Eltern, die wegen der hohen Belastungen ihrer Kinder durch lange Tage, hohe Wochenstundenzahl und dichtgedrängtes Lernpensum bei G8 auf eine Rückkehr zu G9 hofften, bleiben unerhört.
Es geht einfach sehr viel mehr Zeit für das Schulleben am achtjährigen Gymnasium drauf. Hausaufgaben machen und für die Schule üben greift in den Alltag und die Wochenenden der ganzen Familie ein. Und wer einmal den gepackten Ranzen seines Kindes für einen Sieben-Stunden-Tag gehoben hat, der fragt sich, ob das wirklich richtig ist, denn eine qualitative Verbesserung des Abiturs wird damit nicht erzielt, pädagogische Vorteile sind nicht bekannt und entwicklungspsychologisch ist es ein Rückschritt. Der Blick über die Landesgrenze offenbart, dass das Saarland mit seinem starren Festhalten an G8 bundesweit ziemlich isoliert dasteht. Auf Dauer werden wir uns das nicht leisten können, denn das Saarland ist einfach zu klein, um sein eigenes Abi-Süppchen zu kochen.