Laut einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts lehnen 72 Prozent der Saarländer verpflichtenden „echten“ Ganztagsunterricht an den Gymnasien ab und befürworten stattdessen Betreuungsangebote auf freiwilliger Basis.

Schon heute empfinden viele Kinder die Zeit, die sie in der Schule verbringen, als zu lang und wünschen sich, mehr Zeit mit Freunden oder Zuhause zu verbringen.

Steckt man sie in ein starres Ganztags-Korsett, kommen die Kinder erst am späten Nachmittag nach Hause und es bleibt kaum Zeit für Hobbys und Freundschaften außerhalb der Schule. Viele Schüler sind auch durch ein Zuviel an Aktivität belastet, denn es mangelt an Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Wenn dann obendrein noch Vokabeln geübt, Referate vorbereitet und für Klassenarbeiten gelernt werden muss, sind die Wochenenden auch noch verplant. Dadurch fehlt wichtige Zeit für sich selbst.

Ältere Kinder wollen und dürfen außerdem nicht ständig durch Erwachsene beaufsichtigt werden, sonst werden ihnen notwendige Entwicklungsprozesse genommen. Gerade in der Jugendzeit gilt es, Neues zu entdecken und eigene Interessen herauszufinden.

Aus diesen Gründen sollte eine Nachmittagsbetreuung nur auf freiwilliger Basis optional zu herkömmlichen Halbtagsklassen angeboten werden und vor allem der Erledigung der Hausaufgaben dienen, damit anschließend noch genügend Zeit für Freizeit und Familie zur Verfügung steht.