Einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zur Folge mangelt es in Saarbrücken an etwa 17.000 Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen. Von der angespannten Lage betroffen sind demnach vor allem Alleinstehende mit einem Einkommen unter 890 Euro im Monat. 17.000 fehlende Wohnungen sind wirklich eine immense Anzahl, gerade wenn man sich vor Augen hält, dass es z.B. auf der gesamten Folsterhöhe „nur“ 1000 Wohnungen gibt. Einmal ganz abgesehen von der Finanzierung: Wo sollten diese neuen Wohnungen denn entstehen? Eine Ausweitung der Wohnbebauung in Saarbrücken frisst nach und nach immer mehr Grünflächen auf und wirkt sich auf die Lebensqualität aus. Das bereitet vielen Menschen Sorgen und so formiert sich Widerstand gegen weitere Bauprojekte. Denn neue Wohnquartiere bedeuten nicht nur mehr Menschen, sondern auch mehr Autos und damit auch mehr Verkehr, mehr Staus, mehr Lärm und mehr Luftverschmutzung. Das lässt sich momentan anhand des ehemaligen Naherholungsgebietes Franzenbrunnen beobachten, wo gerade ein Wohngebiet aus der grünen Wiese gestampft wird, das eifrig in die Höhe wächst. Generell erscheinen mir die Zahlen der Hans-BöcklerStiftung überdimensioniert. Bevor sie vorschnell zur Planungsgrundlage für den ansteigenden Wohnungsbedarf in Saarbrücken genommen werden, gehören sie kritisch unter Einbeziehung sämtlicher Lösungsmöglichkeiten diskutiert.