Zum 1. Juli wird es mehr Geld für Rentner geben, dann steigt die Rente in Westdeutschland um 1,9 Prozent an, im Osten um 3,59 Prozent. Tatsächlich mehr Kaufkraft dürften aber dann nur die Rentner in Ostdeutschland haben, denn der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet in seiner Prognose mit einem Anstieg der Verbraucherpreisinflation auf 2,2 Prozent für das Gesamtjahr 2017.
Trotz der guten konjunkturellen Entwicklung und sprudelnder Steuereinnahmen in Deutschland gleicht die Rentenerhöhung im Westen also nicht einmal die Inflationsrate aus. Vielmehr sorgen Kürzungsfaktoren in der Rentenformel dafür, dass die Renten nicht parallel zu Löhnen und Gehältern steigen und die Rentner von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt sind. Für immer mehr Ruheständler bedeutet dies, dass die gesetzliche Rente zu niedrig ist, um den Lebensstandard auch nur annähernd zu halten. Die historisch niedrigen Zinsen lassen auch die private Altersvorsorge dahinschmelzen. So werden immer mehr Menschen über 65 von Armut bedroht.
Vor Wahlen wird den Rentnern immer viel versprochen. Wird aber nicht bald gehandelt, dann nähert sich die durchschnittliche Rente von gesetzlich versicherten Beitragszahlern immer mehr dem Niveau der gesetzlichen Grundsicherung an. Diese zu gewähren ist aber Aufgabe des Staates und nicht Aufgabe einer Versicherung.