Lange Tage, hohe Wochenstundenzahlen, ein enormes Lernpensum, immer neue Leistungsnachweise und wenig Freizeit, das sind die Markenzeichen des sogenannten TurboAbis. Diese werfen ihre Schatten auf den Familienalltag und bestimmen häufig sogar noch die Wochenenden. Dabei hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums keine qualitative Verbesserung des Abiturs gebracht, im Gegenteil, es mangelt an Zeit und Reife für die intensivere Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Nicht umsonst sind mittlerweile viele Bundesländer wieder zu G9 zurückgekehrt. Nur im Saarland tut man sich offensichtlich schwer daran einzugestehen, dass man mit G8 auf dem Holzweg ist und sich als kleines Bundesland einen Alleingang nicht leisten kann.
Doch zum Glück gibt es Eltern, die die Dinge im Interesse der Kinder selbst in die Hand nehmen. Durch ihr Engagement läuft im Saarland gerade ein Volksbegehren für die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Allerdings sind die Hürden sehr hoch. Bis zum 3. Januar werden ca. 55.000 Unterschriften benötigt. Eine Unterschrift leisten dürfen alle im Saarland Wahlberechtigten, jedoch nur im jeweils für sie zuständigen Bürgeramt oder Rathaus. Das ist zwar unbequem, aber lassen Sie bitte diese Chance auf mehr Lebensqualität und ein Jahr mehr an Bildung im Interesse unserer Kinder nicht ungenutzt verstreichen. Der Elternwille ist schon lange genug ignoriert worden.