In der letzten Woche begann vor dem Landgericht in Saarbrücken der Prozess gegen einen Ex-SPD-Landtagsabgeordneten, den Ex-SPD-Fraktionschef im Mettlacher Gemeinderat und den mittlerweile zurückgetretenen SPD-Bürgermeister von Mettlach. Ihnen wird Vorteilsgewährung und Gründungsschwindel vorgeworfen. Man versuchte, aus guten Beziehungen und Insiderwissen Kapital zu schlagen. Man wollte sich an einem geplanten Flüchtlingsheim bereichern. Als ich davon hörte, stellte ich für meine Partei Strafanzeige. Nicht, weil ich ein notorischer Sozi-Hasser wäre, nein, ich finde es einfach unmöglich, wie dreist die drei versucht haben, sich zu bereichern. Einer hat bereits umfassend gestanden. Die anderen zögern noch etwas.

Dazu konnte es nur kommen, weil es eine ungesunde Nähe von Politik und Wirtschaft gibt. Der eine saß im Verwaltungsrat der Sparkasse, die einen Kredit geben sollte, der andere saß im Rathaus, über das ein Haus verkauft werden sollte. Die drei wollten sich die Säcke voll machen. Unsere Strafanzeige hat mitgeholfen, das zu verhindern.

Solche Fälle wird es immer wieder geben, solange es eine zu große Nähe und Verflechtung von Politik und Wirtschaft gibt. Auch in Saarbrücken gibt es solche Verflechtungen. Ob man sich da nur geschickter dranstellt und bisher nichts aufgefallen ist oder ob da alles sauber läuft, kann ich nicht sagen. Genau hinschauen lohnt sich aber immer.