In der vergangenen Woche ist in Lünen ein 14-Jähriger von einem Mitschüler erstochen worden. Eine Tat, die fassungslos macht und Fragen aufwirft. Da kommt ein der Schule Verwiesener, der zudem als gewaltbereit und „unbeschulbar“ gilt, gemeinsam mit seiner Mutter zu eben dieser Schule und hat ein Messer dabei? Was läuft alles falsch an den Schulen in unserem Land?
Vor extremen Taten wie dieser können sich Schulen letztlich nicht endgültig schützen. Aber sie können und müssen Maßnahmen gegen Gewalt ergreifen. Schließlich sollen Schulen sichere Orte sein und eine Lernumgebung bieten, in der sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen. Dabei kann Gewalt an der Schule viele Gesichter haben, zur körperlichen Gewalt kommt noch die verbale in Form von Beschimpfungen, bösen Kommentaren oder Mobbing hinzu. Wer Kinder hat, bemerkt vielleicht auch, dass sich auf den Schulhöfen zunehmend eine aggressive, herabwürdigende Sprache ausbreitet.
Tatsächlich muss die schreckliche Gewalttat von Lünen zum Anlass genommen werden, um das Ausmaß der Verrohung und Gewalt in unserer Gesellschaft ernster zu nehmen und zu bekämpfen. Die Klagen der Lehrer an einigen Saarbrücker Gemeinschaftsschulen müssen noch viel eindringlicher bewertet und offensiver behandelt werden, zumal diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs bilden und Gewalt auch an allen übrigen Schulformen existiert.